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Der Nationalrat will Geflüchtete aus Griechenland aufnehmen

Gestern hat der Nationalrat die Motion Nr. 20.3143 «Aufnahme von Flüchtlingen aus Griechenland sowie Reform des Dublin-Abkommens» behandelt und angenommen. Die Nationalrät*innen zeigen sich besorgt über die prekäre Situation an den EU-Aussengrenzen und fordern den Bundesrat zu “eigenen Solidaritätsleistungen” sowie zur Reform des Dublin-Abkommens auf.

Weitere Infos im 6. Newsletter

Erneut verschoben

Am Dienstag, 3. Juni 2020 hätte die Motion Nr. 20.3143 «Aufnahme von Flüchtlingen aus Griechenland sowie Reform des Dublin-Abkommens» in der Sommersession des Nationalrates besprochen werden sollen. Wir haben den Parlamentarier*innen vorgängig geschrieben und vor Ort gezeigt, wie die Hygienesituation in den griechischen Camps derzeit aussieht. Viele stellen sich hinter die Forderungen – aber die Debatte über die Motion wurde erneut verschoben. 

Unterkunftsmöglichkeit und Betreuungskonzept für 40 UMA

Wir sind im engen Kontakt mit dem Verein tipiti, der eine konkrete Hilfe für Kinder aus griechischen Flüchtlingslagern anbietet. So kann der Verein im Pestalozzi Kinderdorf kurzfristig bis zu vierzig Kinder und Jugendliche aus Griechenland aufnehmen und betreuen. Rolf Widmer, Leiter Verein tipiti und Direktor a.i. des SSI sowie Träger des Hans Erni-Preises 2018 erklärt «Was 1993 ging, muss auch heute möglich sein. Damals evakuierten wir innert zwei Wochen 2’000 Mütter und Kinder aus überfüllten Flüchtlingslagern in Kroatien». Er war damals mit seinem Team für diesen humanitären Akt der Schweiz verantwortlich und hat Jahrzente Erfahrung mit der Betreuung von UMA in der Schweiz.

23 Kinder sind kein humanitärer Akt

Heute sind gemäss SEM (Staatssekretariat für Migration) 23 UMA (Unbegleitete minderjährige Asylsuchende) aus Griechenland in der Schweiz ankommen.

Wir sind froh, dass sie bald wieder mit ihren Familienangehörigen vereint sein werden. Die Aufnahme der 23 Kinder ist aber kein humanitärer Akt, sondern ist für die Schweiz nach Art. 8 der Dublin Verordnung verpflichtend. Angesichts der humanitären Tradition der Schweiz, der vorhandenen Ressourcen sowie Angesichts der Zustände in Griechenland ist diese geringe Zahl beschämend. Fast 40’000 Menschen, darunter rund 5’600 unbegleitete Minderjährige bleiben jedoch in menschenunwürdigen Zuständen auf den griechischen Inseln zurück. Ohne Schutz vor einer Ausbreitung des Covid-19-Virus. 

Weitere Infos im 3. Newsletter

Erste Flüge wären gesichert

«Mission Lifeline» hat angeboten, mindestens drei gecharterte Flugzeuge zur Evakuierung Geflüchteter von den griechischen Inseln für unsere Kampagne bereitstellen. Dieses Angebot haben wir gerne an das SEM (Staatssekretariat für Migration) weitergeleitet. Jetzt fehlt nur noch der Willen und die Bereitschaft der Politik.

Weitere Infos in unserem 2. Newsletter